Neue Petition: Anerkennung der Peerausbildung als Sozialberuf

Eingereicht von den Genesungsbetreuern (Peer Berater) und Unterstützern

Initiative WHY (Selbsthilfegruppe, Mitglied bei SELBSTHILFE TIROL)

Peer Beraterin

Gerda Mattersberger           

Unterstützen sie die Petition: Zustimmung 

https://portal.tirol.gv.at/LteWeb/public/ggs/petition/petitionDetails.xhtml?cid=260135&id=14239

Die Petition im Wortlaut:

Wir fordern, dass die Landesregierung von Tirol die Ausbildung zur Peer- Beraterin/ zum Peer – Berater gesetzlich als Sozialberuf anerkennt. Angestrebt wird eine gesetzliche Regelung wie in Oberösterreich, wo Beratungs- und Informationsdienste von Peers sowie Angebote zur Aus- und Weiterbildung im Sozialberufegesetz verankert sind.

Begründung:

Ein definiertes Ziel der UN Behindertenkonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist, die Beratung von Menschen mit Behinderungen durch selbst betroffene Menschen zu ermöglichen:

Artikel 24 des Übereinkommens normiert in (3)a.) „Zu diesem Zweck ergreifen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen, um die Unterstützung durch andere Menschen mit Behinderungen „(Originaldokument: facilitating peer support) zu gewährleisten.

Artikel 26 besagt; Vermittlung von Fähigkeiten und Rehabilitation

(1)  „Die Vertragsstaaten treffen wirksame und geeignete Maßnahmen, einschließlich durch die Unterstützung durch andere Menschen mit Behinderungen, um Menschen mit Behinderungen in die Lage zu versetzen, ein Höchstmaß an Selbstbestimmung, umfassende körperliche, mentale, soziale und berufliche Fähigkeiten sowie die volle Inklusion in alle Aspekte des Lebens und die volle Teilhabe an allen Aspekten des Lebens zu erreichen und zu bewahren. Zu diesem Zweck organisieren, stärken und erweitern die Vertragsstaaten umfassende Dienste und Programme zur Vermittlung von Fähigkeiten und zur Rehabilitation, insbesondere auf dem Gebiet der Gesundheit, der Beschäftigung, der Bildung und der Sozialdienste.“

Bei beruflichen Angelegenheiten ist in der UN-Konvention im Artikel 27 d.) ausgeführt: „Menschen mit Behinderungen wirksamen Zugang zu allgemeinen fachlichen und beruflichen Beratungsprogrammen“.

Quelle: UN-Behindertenrechtskonvention,Übereinkommen und Fakultativprotokoll über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

(https://www.sozialministerium.at/site/Service_Medien/Infomaterial/Downloads/UN_Behindertenrechtskonvention)

Im Qualitätsstandards-und Leistungskatalog der Tiroler Behindertenhilfe werden im Anhang „Anerkannte facheinschlägige Ausbildungen in der Tiroler Behindertenhilfe Stand 07.Mai. 2015“ aufgelistet, unter diesen befindet sich auch die „Peerausbildung z.B.  GenesungsbegleiterInnen EX-IN“.

Quelle: Qualitätsstandards Tiroler Behindertenhilfe (https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/gesellschaft-soziales/soziales/Sonstiges/Qualitaetsstandards-Leistungskatalog/Qualitaetsstandards_und_Leistungskatalog_Stand_7_Mai_2015.pdf)

Dr.Klaus Schiffer als Mitglied der Steuerungsgruppe „Transparenz in der Tiroler Behindertenhilfe“ des Landes Tirol hat bei der 8.Internationalen Psychiatrietagung in Nals (16.-17.Okt.2015) in seinem Vortrag über die UN-Menschenrechtskonvention hervorgehoben, dass im neuen Reha-Gesetz für Tirol die Peerausbildung als Sozialberuf verankert gehört und auch so geplant sei.

Quelle: www.provinz.bz.it/gesundheitswesen/aktuelles/archiv-tagungen.asp?aktuelles_action=4&aktuelles_article_id=147741

Der Tiroler Monitoringausschusses zur Förderung und Überwachung der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen empfiehlt in seiner Stellungnahme vom Oktober2016 ausdrücklich eine von Trägervereinen bzw. Leistungsanbietern unabhängige Peer-Beratungsstruktur einzurichten.

Quelle; Empfehlungen zum Reha-Gesetz-NEU Eine Stellungnahme des Tiroler Monitoringausschusses

(https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/gesellschaft-soziales/UN-Konventionen/downloads/Stellungnahme_Reha-Gesetz-NEU-Empfehlungen_Endfassung.pdf)