Gemeindenahe psychosoziale Versorgung in Tirol

Forderungen der Petition: Psychosoziale Gesundheit im Lichte der UN-Konvention:

—Errichtung eines mobilen aufsuchenden psychiatrischen Krisen– und Notdienstes
—Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung(soziales Modell) in allen Lebensbereichen
—Ausbau bedürfnisorientierter, bedarfsgerechter, gemeindenaher, integrierter Versorgung psychosozialer Versorgung (ambulant vor stationär, Hometreatment)
—Einhaltung der Menschenrechte (Alternativen zur Unterbringung und freiheitsbeschränkenden Maßnahmen)

Paradigmenwechsel: Ambulant vor stationär: Tirol kann diesen Paradigmenwechsel sofort vollziehen zum Wohle der psychisch Kranken und deren Angehörigen, wenn alle Systempartner zusammenarbeiten und der politische Wille gegeben ist.

Transparenzprozess: Die (Geld) Leistungen des Landes müssen offen gelegt werden. Personenzentrierte Unterstützung vor institutionenbezogen. Die Neufassung des Tiroler Reha- Gesetzes - schon aufgrund der UN-Konvention ist raschest transparent zu gestalten. 

Sozialpsychiatrie: Die Forschung muss in Tirol wieder mehr gefördert und bedarfsorientiert gestaltet werden.

 

 

 

Gemeindepsychiatrie Forderungen

 

Die vier Hauptempfehlungen der Psychiatrie-Enquete in Deutschland stellen noch heute die nach wie vor bestehenden Anforderungen an eine angemessene psychiatrische Versorgung dar:

  • gemeindenahe Versorgung,
  • bedarfsgerechte und umfassende Versorgung aller psychisch Kranken und Behinderten,
  • Koordination aller Versorgungsdienste,
  • Gleichstellung von psychisch und somatisch Kranken.

Heinz Häfner, stellvertretender Vorsitzender der Enquète-Kommission, betont:
"Die Empfehlungen der Enquete sind als Leitlinien des Kernbereichs der psychiatrischen Versorgung und ihrer rechtlichen Rahmenbedingungen heute noch gültig." - und er zählt 6 Prioritäten auf:
"In Gestalt von Prioritäten dargestellt, lauten sie:

  • Auf- und Ausbau eines bedarfsgerechten, gemeindenahen Versorgungssystems mit ambulanten und komplementären Diensten,
  • Koordination und Zusammenarbeit innerhalb der Versorgungssysteme und Standardversorgungsgebiete,
  • Aus- und Aufbau ambulanter Dienste und psychiatrischer Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern,
  • Förderung der Aus-, Weiter- und Fortbildung,
  • vorrangige Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher und Alkohol- und Suchtkranker,
  • Gleichstellung körperlich und seelisch Kranker in rechtlicher, finanzieller und sozialer Hinsicht.