Ent-Stigmatisierung von psychisch Kranken noch immer aktuell

 Gegen Stigma und Diskriminierung vorgehen

 Die Entwicklung und Einführung einer Politik für psychische Gesundheit darf nichtdurch das weit verbreitete Stigma gefährdet werden, das psychischen Gesundheitsproblemen anhaftet und zu Diskriminierung führt. In vielen Fällen werdenMenschen mit psychischen Gesundheitsproblemen aufgrund von Diskriminierungnicht die gleichen Möglichkeiten geboten. Die Menschenrechte und die Würde dieserPersonen müssen geschützt werden. Eigenverantwortung ist ein entscheidender Schritt auf diese Zielsetzungen zu, da sie Integration und gesellschaftlicheEingliederung fördert. Fehlende Einflussmöglichkeiten für die Organisationen vonBetroffenen und Betreuenden sowie unzureichende Vertretung verhindern dieGestaltung und Einführung von Konzepten und Maßnahmen, die auf die Bedürfnisseund Wünsche der Betroffenen zugeschnitten sind. Gegen die Ausgrenzung der Nutzerpsychosozialer Dienste, ob sie in Anstalten und Einrichtungen oder in der Gesellschaft erfahren wird, muss auf vielfältige Weise angegangen werden.

Erwägenswerte Maßnahmen

i. Maßnahmen gegen Stigma und Diskriminierung anregen und dabei betonen, wie allgegenwärtig psychische Gesundheitsprobleme sind, wie gut die Heilungsaussichten und Behandlungschancen im Allgemeinen sind und wieselten sie mit Gewalt verbunden sind.

ii. Behindertengesetzgebung einführen oder überprüfen, um sicherzustellen,dass psychische Gesundheit gleichberechtigt und chancengleich umfasst ist.

Kontrolle: Volksanwaltschaft kritisiert Missstände im Bereiche der Psychiatrie

In der Begutachtung psychiatrische Krankenhäuser bzw. psychiatrischer Abteilungen in Krankenanstalten fokussierten die Kommissionen auf den Umfang mechanischer und elektronischer Bewegungseinschränkungen, die Anwendung sedierender Medikamente und den Einsatz privater Sicherheitsdienste. Die meisten Meldungen über Beschränkungen der Bewegungsfreiheit kamen aus Wien (61,53%). Moniert wurde von den Kommissionen, dass bei einer erheblichen Selbst- und Fremdgefährdung oftmals vorschnell zur körpernahen Fixierung, etwa mit Gurten oder in Netzbetten, gegriffen wird und sich die Verantwortlichen dann kaum länger mit den Betroffenen direkt befassen. Unzulässigerweise wirken auch private Sicherheitsleute bei Fixierungen in einigen Spitälern aktiv mit. Die Volksanwaltschaft erachtet dies als verfassungswidrig und tritt außerdem dafür ein, Netzbetten in Österreich abzuschaffen. Ausgebaut werden müsse indes die Versorgung mit Kinder- und Jugendpsychiatrie-Betten, da viele Minderjährige in der Erwachsenenpsychiatrie inadäquat betreut werden.

Diskriminierung und Stigma

Die spärlichen Daten zeigen eine noch bestehende Diskriminierung und Stigmatisierung der Psychisch Kranken und deren Angehörigen gemäß Teilen der UN-Behindertenrechtskonvention (CRDP), die zu schwerwiegenden Benachteiligung und Schlechterstellung in sehr vielen Lebensbereichen führt: geschlechterspezifische Diskriminierung bei Pflege und Behandlung, Gesundheits – und Sozialsystem, Bildung, Arbeitsmarkt, Rechtswesen, Menschenrechte, Kultur, Politik, Religion,usf.; Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen werden vor dem Gesetz mitunter als PatientInnen zweiter Klasse betrachtet und das nur aufgrund einer Krankheit. Die umfangreichen Arbeiten von Vizerektorin und Sozialpsychiaterin, Univ.Prof.Lobos-Guittierez, zeigen eine Vielzahl von  Benachteiligungen von Menschen mit psychischen Krankheiten im österreichischen Rechtssystem und bietet konkrete Lösungsmöglichkeiten an. Das Recht auf Selbstbestimmung und Einbeziehung in die Gemeinschaft im Lichte der WHO-Vorgaben und auch der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRDP) zeigt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern Handlungsbedarf.

Ein Beitrag zur Entstigmatisierung und Entdiskriminierung von Menschen mit psychischen Krankheiten (Univ.Prof.Lobos-Guittierez) im Österreichischen Rechtssystem