Enquete und Petition Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol 2014: Unterlagen

Aufgrund der beiden Petitionen an den Tiroler Landtag:

"Verbesserung der psychosozialen Gesundheit in Tirol im Lichte der UN-Konvention" von Mag. Otto Westreicher

"Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol" von Mag. Norbert Erlacher (HPE)

fand die Enquete unter dem Titel Verbesserung der psychosozialen Gesundheit in Tirol am 2.Juni 2014 im Landhaus statt:

Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention- vom Petitionseinbringer Westreicher  
Grußworte der Petitionseinreicher Mag. Norbert Erlacher  
„Psychiatrieplan Tirol NEU“ aus Sicht der Universitätsklinik (Univ. Prof. Dr. Wolfgang Fleischhacker)  
„Psychiatrieplan Tirol NEU“ aus Sicht der regionalen psychiatrischen Versorgung (Prim. Dr. Martin Schmidt )  
Psychosoziale Versorgung in Österreich – ein Überblick (MMag. Joachim Hagleitner)  
Aktuelle Konzepte der Universitätsklinik für Kinder – und Jugendpsychiatrie Innsbruck (Univ.in Prof.in Dr.in Kathrin Sevecke)  
Position der Betroffenen (Irmgard Weissenbichler)   
Position der Angehörigen psychisch Erkrankter (Mag.a Maria Fischer)  
Ambulante psychiatrische Versorgung durch die niedergelassenen FachärztInnen für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin (Dr. Manfred Müller)  
Ambulante niedergelassene Psychotherapie (Dr.in Verena Berger-Kolb)  
Herausforderungen für die psychiatrische Rehabilitation (Dr. Robert Fiedler)  
Grußworte zur Geschichte der Tiroler Psychiatriereform (Em. Univ.Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber)
Zukunftsperspektiven der sozialpsychiatrischen Versorgung (MMag. Joachim Hagleitner)
Workshop`s zu den Themen Stationär, Ambulant, psychiatrische Rehabilitation und Sozialpsychiatrie im Trialog
Input durch die WorkshopleiterInnen, Zusammenfassung und Abschluß der Enquete durch LR.in Dr.in Christine Baur,LR Univ.Prof. DI.Dr.Bernhard Tilg und dem Obmann der TGKK Werner Salzburger, Moderation: Dr. Anton Hütter und Dr. Karl Stieg
 
Pressemitteilung Land Tirol: Enquete zur psychosozialen Versorgung: Größtmögliche Selbstständigkeit, Lebensqualität und Partizipation für PatientInnen  
Tiroler Tageszeitung: Tirol – Psychische Versorgung mit weißen Flecken  
Enquete zur psychosozialen Versorgung: Größtmögliche Selbstständigkeit, Lebensqualität und Partizipation für PatientInnen - sobup.at : sobup.at  
Pressebericht in der Tiroler Tageszeitung: Psychosoziale Versorgung im Focus  
Pressebericht in den Südtiroler Nachrichten: Enquete zur psychosozialen Versorgung in Tirol  
Eintrag von  Gebi Mair : Eine Petition mit Auswirkungen  
Facebook Eintrag von Andreas Angerer (Leiter des Petitionsausschuss)  
Enquete zur psychischen Gesundheit in Tirol : Enquete als Folge der Petition der HPE Tirol
 
 Die Petition von Mag. Otto Westreicher : Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention  
 Die Petition von Mag. Norbert Erlacher : Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol

 Leiden bitte nicht bagatellisieren: Psychische Erkrankungen Leserbrief in der TT

Psychiatrischer Krisen und Notdienst - nach 30 Jahren - endlich auch in Tirol

Psychiatrischer Krisendienst könnte nach 30 Jahren kommen: Artikel in der Tiroler Tageszeitung

Ambulante Behandlung von psychischen Störungen nicht leistbar - auch in Tirol

Psychosoziale Versorgung in Tirol (HPE)

 

Petition mit Auswirkungen: Enquete Psychosoziale Gesundheit in Tirol

Eine Petition mit Auswirkungen
 Von zwei Bürgern (Mag. Westreicher Otto : Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention und Mag.Norbert Erlacher : Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol) wurde eine Petition zum Thema psychiatrische Versorgung beim Tiroler Landtag eingereicht, so wie das alle TirolerInnen können. Der Petitionsausschuss mit Andreas Angerer als Vorsitzendem kümmert sich um die Anliegen - in diesem Fall wurde beschlossen, eine Enquete durchzuführen.

Programm für die Enquete psychosoziale Gesundheit in Tirol 2. Juni 2014

Programm: 
09.00: Einleitung/ Begrüßung/Eröffnung durch 
LR.in Dr.in. Christine Baur
LR Univ. Prof. DI.Dr. Bernhard Tilg
09.15: Grußworte der Petitionseinreicher Mag. Norbert Erlacher und Mag. Otto Westreicher
09.30: Psychosoziale Versorgung in Österreich – ein Überblick (MMag. Joachim Hagleitner)
10.00: Aktuelle Konzepte der Universitätsklinik für Kinder – und Jugendpsychiatrie Innsbruck
(Univ.in Prof.in Dr.in Kathrin Sevecke)
10.15: „Psychiatrieplan Tirol NEU“ aus Sicht der Universitätsklinik 
(Univ. Prof. Dr. Wolfgang Fleischhacker)
10.30: „Psychiatrieplan Tirol NEU“ aus Sicht der regionalen psychiatrischen Versorgung 
(Prim. Dr. Martin Schmidt ) 
10.50: Pause/Kaffee
11.20: Ambulante psychiatrische Versorgung durch die niedergelassenen FachärztInnen für 
Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin (Dr. Manfred Müller)
11.35: Ambulante niedergelassene Psychotherapie (Dr.in Verena Berger-Kolb)
11.50: Herausforderungen für die psychiatrische Rehabilitation (Dr. Robert Fiedler)
12.05: Position der Angehörigen psychisch Erkrankter (Mag.a Maria Fischer)
12.20: Position der Betroffenen (Irmgard Weissenbichler) 
12.35: Mittagsbuffet
13.35: Grußworte zur Geschichte der Tiroler Psychiatriereform 
(Em. Univ.Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber)
13.50: Zukunftsperspektiven der sozialpsychiatrischen Versorgung (MMag. Joachim Hagleitner)
14.20: Workshop`s zu den Themen Stationär, Ambulant, psychiatrische Rehabilitation und 
Sozialpsychiatrie im Trialog
15.30: Pause
16.00: Input durch die WorkshopleiterInnen
Zusammenfassung und Abschluß der Enquete durch LR.in Dr.in Christine Baur,
LR Univ.Prof. DI.Dr.Bernhard Tilg und dem Obmann der TGKK Werner Salzburger 
17.00: Ende
Moderation: 
Dr. Anton Hütter und Dr. Karl Stieg

Enquete und UN-Konvention: Psychiatriereform geht in Tirol weiter

Der letzte Plan der Gesundheitsplanung des Landes Tirol für eine Psychiatriereform 1995-2005 für Tirol  stammt aus dem Jahr 2005

Auf nationaler Ebene wurde am 12.11.2005 eine Psychiatrieenquete in Linz unter dem Titel „Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit“ veranstaltet.

Dieser Bericht konnte die aktuellen Entwicklungen und auch die UNO-Konvention für Menschen mit Behinderung in keinster Weise berücksichtigen, sodass es erfreulich ist, dass mit dieser Enquete am 2.Juni 2014, die aus den Petitionen von Mag. Otto Westreicher (Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention) und von Mag. Norbert Erlacher "Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol einen neuen Impuls bekommt.

UN-Konvention verbietet ganz klar Zwangsfixierung und -medikation und Zwangsunterbringung

UN report on torture and other cruel, inhuman or degrading treatment or punishment:
http://www.ohchr.org/Documents/HRBodies/HRCouncil/RegularSession/Session22/A.HRC.22.53_English.pdf

Human Rights Council

Twenty-second session

Agenda item 3: Report of the Special Rapporteur on torture and other cruel, inhuman or degrading treatment or punishment, Juan E. Méndez (Feb 2013)

Enquete Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol findet am 2.Juni statt

http://www.hotdomains.at

Die vom Landtag aufgrund der beiden Petitionen (Mag.Westreicher Otto, Mag.Erlacher) beschlossene Enquete zur Verbesserung der psychosozialen Gesundheit in Tirol wird am Montag, 2.Juni 2014 stattfinden.

Die Handlungsempfehlungen der UNO bezüglich der Rechte der Menschen mit Behinderung untermauern den Handlungsbedarf.

Aufgrund eines Beschlusses des Tiroler Landtages vom 06.02.2014 führen das Ressort Gesundheit und Soziales in Zusammenarbeit mit der Tiroler Gebietskrankenkasse

eine Psychiatrie-Enquete mit dem Thema: „Verbesserung der psychosozialen Versorgung – die Tiroler Psychiatriereform geht weiter“ durch.

Fachleute, Angehörige und Betroffene und VertreterInnen aus Politik und öffentlicher Verwaltung und Interessierte

diskutieren die zukünftigen Herausforderungen für die psychosoziale Gesundheit aller TirolerInnen.

 

Termin: Montag 02. Juni 2014, 09.00 – 18.00

Ort: Landhaus 1, Großer Saal, Innsbruck

 

Es begrüßen Sie:

LR.in Dr.in Christine Baur

LR Univ.Prof. DIDr. Bernhard Tilg

Obmann Werner Salzburger

Direktor Dr. Arno Melitopulos

 

Anmeldungen im Büro: LR.in Dr.in Christine Baur: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Tel.: 0512/508 2072

Die Einladung und das Tagungsprogramm wird Ihnen in den nächsten Tagen zugesandt. 

Das genaue Tagungsprogramm und nähere Inrformation folgen.

Enquete zur Verbesserung der psychosozialen Gesundheit in Tirol

Enquete zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol im Frühjahr 2014

Der Landtag hat am 6.Feber einstimmig beschlossen, eine Enquete zur „Zukunft der psychosozialen Versorgung in Tirol" im Frühjahr 2014 unter Einbeziehung der Betroffenen und sämtlicher Systempartner durchzuführen.

Begründung:

Auf Basis der beiden Petitionen von Herrn Mag. Erlacher und Herrn Mag. Westreicher, welche im Petitionsausschuss vom 24.10.2013 behandelt wurden, sind die Ausschussmitglieder übereingekommen, dass das Thema von großer Wichtigkeit ist und weiter verfolgt werden soll.

Im Rahmen dieser Enquete soll über die Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol diskutiert werden und es soll die weitere Vorgehensweise in Zukunft erörtert werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, wäre es sinnvoll vor der Enquete  alle Daten betreffend der bestehenden psychosozialen Versorgungsstruktur (Betroffene, Prävalenz, Systempartner, Einrichtungen, Förderungen, Vernetzung, Budgetmittel etc.) in Tirol transparent zu machen.Wie das Referat von OA Dr.Fuchs beim Symposium am 13.2.2014 u.a. eindrucksvoll gezeigt hat, gibt es allein bei den Kindern und Jugendlichen in Tirol einen Personenkreis von 13 000 Betroffenen! 

Die Handlungsempfehlungen der UNO bezüglich der Rechte der Menschen mit Behinderung (UN-Konvention) unterstreichen die menschenrechtlichen Gesichtspunkte.

Psychiatrische Gesundheit inTirol

Tiroler Tageszeitung: Geplante Enquete aufgrund der beiden Petitionen:     Tirol--psychische-Versorgung-mit-weißen-Flecken

In Tirol besteht ein akuter Handlungsbedarf im Bereich der psychosozialen Versorgung, nur die psychisch Kranken haben keine Lobby. Deshalb wurde die Petition "Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention" eingebracht. Im  Bereich  barrierefreie  Gesundheit  besteht dramatischer  und  vielfältiger  Handlungsbedarf.  „Stigmatisierende  Haltungen“  sind  einer  der  größten  Faktoren  in  der Diskriminierung  von  Menschen  mit  psychosozialen Beeinträchtigungen  im  Gesundheitswesen. Im Zentrum steht das Wohl der/des Patientin/der Patienten und der Angehörigen.

Petition an den Tiroler Landtag zur psychosozialen Gesundheit

Petition an den Tiroler Landtag: Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention

Onlineunterstützung
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Die Petition: Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention

Handlungsempfehlungen der UNO (Englisch) Sept 2013

Die Handlungsempfehlungen der UNO vom Sept. 2013 in Deutsch (UN-Konvention der Rechte für Menschen mit Behinderung)

Handlungsempfehlungen der UNO und Auswirkungen für die Psychiatrie in Tirol
 

1.)   Im Teilbereich Gesundheit eine Gleichbehandlung mit körperlich Kranken durch den Ausbau von Kassenstellen für Psychiater/innen und Psychotherapeut/innen und des Zuganges zur Psychotherapie, gemeindenah und auf Krankenschein eine optimale extramurale medizinische Diagnostik (zur Früherkennung und Prävention) und Behandlung für alle psychisch Beeinträchtigten zu gewährleisten.

Rund 840.000 Menschen bekamen im Jahr 2009 Psychopharmaka verschrieben, 120.000 Patienten suchten einen Facharzt für Psychiatrie auf, und 70.000 waren wegen psychischer Diagnosen im Spital. Die Allgemeinmediziner spielen in der Versorgung offenbar eine zentrale Rolle: Über zwei Drittel der Erstverschreibungen von Psychopharmaka werden vom Hausarzt vorgenommen.

 In Österreich sind  ca. 200 000 Personen durch eine psych. Krankheit beeinträchtigt . Das betrifft aber nur Personen, die aufgrund Ihrer Beeinträchtigung Sozialleistungen in irgendeiner Form beziehen.

Das ergäbe geschätzte 20 000 Personen für Tirol, mitbetroffen sind auch jeweils 3-5 Angehörige, also ein Personenkreis von nahezu 100 000.  Im Jahr 2009 gab es in Tirol allein 11 933 stationäre Aufnahmen in psychiatrische Abteilungen eines Krankenhauses . Die Prävalenz von psychischen Krankheiten ist aber wesentlich höher, es ergibt sich für Deutschland eine 12-Monatsprävalenz von 9,1%. Das würde für Tirol alleine im Bereiche der Kinder und Jugendlichen ca.10 000 Kinder/Jugendliche mit ernsthaften psychischen Schwierigkeiten zum aktuellen Zeitpunkt bedeuten, wobei der Versorgung- Ist-Stand gerade in  Kenntnis der Studiendaten (Ca. 50% aller psychiatrisch erkrankten Erwachsenen weltweit waren mit 14 bereits erkrankt , das Auftreten einer psychiatrischen Erkrankung im Kindes/Jugendalter ist oft mit jahrelanger Wartezeit auf adäquate Behandlung verbunden, Seyle-Studie 2010, u.a.)  für Kinder/Jugendliche mit psychischen Problemen erschütternd ist (Überlastung,  Unterbesetzung,  Kapazitätenmangel,  keine öffentliche Versorgung durch Niedergelassene, Unzureichender Support der Entscheidungsträger.(nienhusmeier_2010_umit_kindswohlgefaehrdung_eltern_kind_wechselbeziehung.pdf)

Psychische Erkrankungen sind Europas unsichtbaren Todesursachen.  Es sterben in Europa mehr Personen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle. In Tirol starben 42 Personen an den Folgen eines Verkehrsunfalls, dagegen 103 an Suizid (Jahr 2012).

Die Todesursachenstatistik (Psychiatrische Krankheiten F00-F99) für Tirol zeigt einen dramatischen Anstieg  von 35 Todesfällen  im Jahre 2000 auf 88 im Jahre 2012, die Suizide sind im Vergleichszeitraum zwar von 126 auf 103 gesunken, wobei Tirol die geringste Senkung in Österreich diesbezüglich aufweist- aber insgesamt sterben in Tirol mehr an Psych. Krankheiten bzw. Suizid als an Diabetes.

Aus internationalen Studien geht hervor, dass die Mortalitätsrate bei psychiatrischen Erkrankungen  im stationären Aufenthalt 4 fach erhöht ist gegenüber anderen Krankheiten.

Psychisch Kranke – diskriminiert mit tödlichen Konsequenzen, so titelt ein Artikel in der deutschen Ärztezeitung von Juni 2013: Eine neue Studie mit 300 000 PatientInnen hat nämlich ergeben, dass die Schere zwischen der Lebenserwartung der Allgemeinbevölkerung und der psychisch Kranken von 10,4 auf 12,0 Lebensjahre bei Frauen und von 13,5 Lebensjahre auf 15,9 bei Männern angestiegen ist. Der Grund für diesen Anstieg ist nicht ein erhöhtes  Suizidrisiko, sondern die schlechte Versorgung bei körperlichen Leiden und diese körperlichen Leiden werden bei psych. Patienten nicht so ernst genommen.

2.)   In den Teilbereichen Selbstbestimmt Leben (Art. 19 CRDP) für die psychosoziale Gesundheit eine Gleichbehandlung mit anderen Behinderten zu gewährleisten: wie zum Beispiel persönliches Budget, persönliche Assistenz, Beschäftigungsmöglichkeiten, Pflegeleistungen, Bildung, Wohnen- gemeindenahe Psychiatrie- Hometreatment

Deinstitutionalisierung (Prof.Toresini.pdf,  INFO-deu-folter-cpt.pdf)

3.)   Im Teilbereich Nichtdiskriminierung und Menschenrechte (Art. 5 CRDP) durch geeignete Maßnahmen zu erreichen, dass die Aufnahmen ohne Verlangen an psychiatrischen Abteilungen (Vollzugspraxis), Heimen für Kinder und Jugendliche, Altenheimen (Demenz) und Pflegeeinrichtungen (Sachwalter) massiv reduziert werden und die Zwangsmaßnahmen (mechanische und medikamentöse Fixierung, Zwangsbehandlung) in psychiatrischen Abteilungen, Heimen für Kinder- und Jugendlichen, Alten-und Pflegeheimen möglichst vermieden werden und die Würde und Selbstbestimmung nach den Vorgaben der UNO und der EMRK beachtet werden.

In Österreich gibt es eine hohe Anzahl an Unterbringungen ohne Verlangen (2.Stelle in Europa) mit einer nicht gesetzeskonformer –(2/3 aller Unterbringungen erfolgen ohne der gesetzlich vorgeschriebenen §8 bzw. §9-Zuweisung, nur ca. 1- 2% der Aufnahmen sind auf Verlangen)-regional unterschiedlicher Vollzugspraxis. Tirol ist im österreichischen Bundesländervergleich im Spitzenfeld (11933 Aufnahmen in psych. Abteilungen, davon 2354 ohne Verlangen, das sind 360 Unterbringungen/100 000 EW im Jahre 2009, Österreich liegt mit durchschnittlich 270 pro 100 000 EW europaweit an 2.Stelle). Die Anzahl der Unterbringungen steigt jährlich , in Tirol von 1702 Aufnahmen ohne Verlangen (AoV im  Jahre 2003) bis 2512 AoV (Jahr 2011), das entspricht einer Steigerung von nahezu 50%.

Bei weiteren   freiheitsbeschränkende Maßnahmen (mechanische und medikamentöse Fixierung, Analyse_ubg_2010.pdf,  INFO-deu-folter-cpt.pdf) ist Österreich lt. Patientenanwaltschaft weltweit im Spitzenfeld (mit durchschnittlich 37%), in Tirol (Zahlen von Hall im Jahre 2008) kommt es in 23% im Bereiche der Allgemeinpsychiatrie, im Bereich der Gerontopsychiatrie mit 66% zu gemeldeter mechanischer Fixierung. Über medikamentöse Sedierung fehlt das Datenmaterial, das Manual_FBdMed – Erläuterungen zur medikamentösen Freiheitsbeschränkung  des Justizministeriums behandelt zum ersten Mal diese Problematik für den Heimbereich, der neue Bericht der VA von 2013 nach OPCAT fordert das ein . Die PA in Hall, als auch alle Menschenrechtsvertreter verlangen zumindest eine 1:1 Betreuung und eine nicht zur Schaustellung der „Fixierten“ bzw. Alternativen  schon deshalb, da bekannt ist, dass sehr häufig die Fixierung  (mechanisch und/oder medimaentös) selbst Todesursache war. Eine Statistik über intramurale Mortalität in Tirol liegt nicht vor, eine nachträgliche gerichtliche Überprüfung der Unterbrinung und der freiheitsbeschränkenden Maßnahmen bei einem Todesfall wird vom Bericht_Menschenrechtskommissar_Europarat2012 des Europarats Nils Muiznieks in Hinblick EMRK und  UN-CRPD.27 vordringlich schon 2012 gefordert.

Der Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E. Méndez (torture-rede-mendez.pdf ), hat in der 22. Sitzung des "Human Rights Council" am 4. März 2013 Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu Folter, bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung erklärt (CPT) und gefordert, dass alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen von Personen mit Behinderungen verhängen sollten. Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung wegen einer Behinderung zu beenden, ist sofort zu verwirklichen und auch knappe finanzielle Ressourcen können keinen Aufschub der Umsetzung rechtfertigen.

Die Kommissionen nach UNO- Vorgaben (OPCAT) sind ab Juli 2012 zentraler Bestandteil des Nationalen Präventionsmechanismus (NPM). Sie führen erstmals für die Volksanwaltschaft bundesweit präventive Kontrollbesuche durch zu allen Orten der Freiheitsentziehung sowie zu Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

Der Menschenrechtskommissar des Europarats Nils Muiznieks verlangte im Anschluss seines Besuches im Jahre 2012 von der österreichischen Regierung bzw. von den Ländern  für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder psychosozialer Behinderung in Einklang mit Artikel 12 der UN-Konvention eine möglichst große Unterstützung zur Selbstbestimmung, da die Anzahl der Sachwalterschaften rasant zugenommen (derzeit ca. 60 000 in Österreich) hat.

Die spärlichen Daten zeigen eine noch bestehende Diskriminierung und Stigmatisierung der psychisch Kranken und deren Angehörigen gemäß Teilen der UN-Behindertenrechtskonvention (CRDP), die zu schwerwiegenden Benachteiligung und Schlechterstellung in sehr vielen Lebensbereichen führt: geschlechterspezifische Diskriminierung bei Pflege und Behandlung, Gesundheits – und Sozialsystem, Bildung, Arbeitsmarkt, Rechtswesen, Menschenrechte, Kultur, Politik, Religion,usf.; Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen werden vor dem Gesetz mitunter als PatientInnen zweiter Klasse betrachtet und das nur aufgrund einer Krankheit.

Die umfangreichen Arbeiten von Vizerektorin und Sozialpsychiaterin, Univ.Prof.Lobos-Guittierez, zeigen eine Vielzahl von  Benachteiligungen von Menschen mit psychischen Krankheiten im österreichischen Rechtssystem und bietet konkrete Lösungsmöglichkeiten an.

Das Recht auf Selbstbestimmung und Einbeziehung in die Gemeinschaft im Lichte der WHO-Vorgaben und auch der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRDP) zeigt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern Handlungsbedarf.

Ähnliche Petitition "Verbessereung der psychiatrischen Versorgung in Tirol" von Mag.Erlacher (HPE)
Antrag des Petitionsausschusses
Behandlung (Bericht) im Landtag am 6.2.2014
Die Videos (Link) zum Tiroler Landtag

Tagesordnungspunkt 16

 Angerer Andreas